Musikalische Freunde für immer

Bericht aus der BadischenZeitung, Eberhard Groß vom 12.11.2013

Akkordeongruppe Münstertal bietet einen anspruchsvollen Konzertabend / Drei Orchester zeigen ihr Können.

Musikalisches Können und Fingerfertigkeit bewiesen beim Herbstkonzert der Akkordeongruppe Münstertal die Solisten Matthias D’Inka (links) und Sergej Gerasimov. Foto: Eberhard Gross

Musikalisches Können und Fingerfertigkeit bewiesen beim Herbstkonzert der Akkordeongruppe Münstertal die Solisten Matthias D’Inka (links) und Sergej Gerasimov. Foto: Eberhard Gross

MÜNSTERTAL. Akkordeonmusik, die keine Wünsche offen ließ, präsentierte die Akkordeongruppe Münstertal bei ihrem Herbstkonzert in der Abt-Columban-Schule. Mit zum Gelingen der Veranstaltung trug auch der Akkordeonverein Schönaich bei.
Zu Beginn des Konzerts konnte der Vereinsvorsitzende Trudpert Beckert zahlreiche Gäste begrüßen. Als versierter Moderator fungierte wiederum Manfred Ortlieb. Die Zuhörer erlebten einen musikalisch anspruchsvollen Abend, da alle drei beteiligten Orchester ihr Können auf hohem Niveau präsentierten.

Die musikalische Eröffnung blieb dem Jugendorchester der Akkordeongruppe unter der Stabführung von Silke D’Inka vorbehalten, das bereits mit dem Stück „Excursion to Fantasy“ aufhorchen ließ. Nicht am Akkordeon, sondern am Klavier zeigte anschließend der 15-jährige Raphael Burgert in einer eigenen Komposition sein solistisches Können. Das beschwingte Stück „Melodia en la menor“ meisterten die etwa zwei Dutzend Jugendlichen in bester Manier. Anschließend nahm sie die Gäste mit dem Werk „A Legend from Yao“ des Komponisten Mao Yuan mit auf eine Reise in die chinesische Bergregion Yao. Aufgrund ihrer tollen Leistung kamen die jungen Akteure, die bei den Internationalen Wertungsspielen in Innsbruck den ersten Platz in der Jugend-Oberstufe belegt hatten, ohne eine Zugabe nicht von der Bühne.

Einen glanzvollen Auftritt hatte dann das Konzertorchester der Akkordeongruppe, das ebenfalls unter der Leitung von Silke D’Inka steht. Beschwingt und akzentuiert ging es zu bei den Melodien aus dem Film „Star Wars – Krieg der Sterne“. Aus der Feder des Komponisten Astor Piazzolla stammte das Werk „Adios Nonino“ in einer Bearbeitung von Ralf Schwarzien. Das Stück erlebte seinen Höhepunkt bei der Aufführung zur Hochzeit des holländischen Königspaares und wurde vom Orchester majestätisch vorgetragen. Danach folgte das turbulente „Fiddle – Faddle“, bei dem Sergej Gerasimov und Matthias D’Inka einmal mehr als fingerfertige Solisten glänzten. Das Orchester beendete seinen Part mit dem „Galopp“ aus der Ballettsuite Nr. 1 von Schostakowitsch und bewies mit diesen Vorträgen sein Können, das schon beim Internationalen World-Music-Festival in Innsbruck mit dem 4. Platz in der Höchststufe bewertet worden war. Den dritten Programmteil bestritt der Akkordeonverein Schönaich aus der Nähe von Böblingen. Zunächst bot ein Quintett eine beeindruckende Leistung mit zwei perfekten Auftritten. Als danach vom 1. Orchester unter der Leitung von Jürgen Farkas Fritz Doblers „Werziade III“ erklang, wurde die Qualität des Orchesters deutlich, das schon zahlreiche nationale und internationale Erfolge errungen hat, wie dessen Vorsitzender Wolfgang Bohn erklärte. Auch die Stücke „There will be a time“ sowie die Konzertsuite „Porgy and Bess“ von George Gershwin erforderten die volle Konzentration der Akteure und wurden bravourös vorgetragen. Nach „Manana“ war es insbesondere die nach einem schweizerischen Volkslied entstandene Komposition „Swissska“ von Hans-Günther Kölz, die von den Zuhörern mit viel Beifall aufgenommen wurde. Die Gäste zeigten mit ihren Beiträgen, dass sie in der Lage sind, höchsten Ansprüchen gerecht zu werden und – wie auch die Akkordeongruppe – die gesamte Bandbreite der Akkordeonmusik zu entfalten.

Als besondere Zugabe versammelten sich beide Orchester zu einer badisch-schwäbischen Gemeinschaftsproduktion und vereinigten sich zu einem 60-köpfigen Klangkörper, um als krönenden Abschluss zwei Stücke gemeinsam aufzuführen, darunter auch das wörtlich zu nehmende „Freunde für immer“.